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Verbesserte Versorgung von Schlaganfallpatienten im Kreiskrankenhaus Rendsburg-Eckernförde
Rendsburg, 30. März 2009 – Ab sofort gibt es im Kreiskrankenhaus Rendsburg-Eckernförde eine Spezialstation für Schlaganfallpatienten (Stroke Unit), mit deren Hilfe Patienten schneller und besser versorgt werden können.
Der Schlaganfall ist keinesfalls nur eine Erkrankung des hohen Lebensalters, sondern betrifft zunehmend auch jüngere Patienten: über 10% aller Schlaganfall-Patienten sind unter 45 Jahre alt. In Deutschland erleiden jährlich rund 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Jeder dritte Patient stirbt, 20% bleiben lebenslang behindert und pflegebedürftig. Einziger Hoffnungsschimmer ist die Eröffnung von Schlaganfall-Spezialstationen in den Kliniken. In vielen Studien konnte nämlich mittlerweile bewiesen werden, dass eine rasche und professionelle Spezialbehandlung die Patienten vor Behinderung und Tod schützen kann.
Ab April wird es nach entsprechenden Umbaumaßnahmen mit einem Kostenaufwand von rund 600.000 EUR auch am imland Klinik Rendsburg eine Stroke Unit für Schlaganfall-Patienten geben. Sie ist der Klinik für Innere Medizin angegliedert und wird durch den auf Schlaganfälle spezialisierten Neurologen Dr. Ulrich Pulkowski geleitet.
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Offizielle Eröffnung der Stroke Unit (v.l.n.r.): Aufsichtsratsvorsitzender Lutz Clefsen, Chefarzt Dr. Dirk Becker, Geschäftsführer Martin Wilde, Technischer Leiter Stefan Fiß, Leiter der Stroke Unit Dr. Ulrich Pulkowski, Pflegedienstleitung Udo Schnau-Boye, Stationsleitung Intensivstation Steve Koop.
Pulkowski erklärt: „Die Stroke Unit verfügt dann über sechs bis acht Betten und zusätzlich über vier interdisziplinär genutzte Überwachungsplätze. Für die Behandlung der Patienten steht ein multiprofessionelles Team zur Verfügung, an dem u.a. Neurologen, Internisten, Krankenpflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und der Sozialdienst beteiligt sind.“ Ziel ist es, den Patienten so eine rasche, intensive und optimale Diagnostik, Therapie und Betreuung zukommen zu lassen. Dazu gehören beispielsweise die Doppler- und Duplexsonographie der hirnversorgenden Arterien, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).
Zeitnah steht im Bedarfsfall auch die Lysetherapie zur Verfügung, die der Auflösung eines Schlaganfall verursachenden Blutgerinnsels der Hirngefäße dient und so bleibende Schäden wie Sprachstörungen oder Lähmungen verhindern kann. Diese kann allerdings nur angewendet werden, wenn die Patienten so schnell wie möglich in die Klinik kommen, denn „Schlaganfälle sind dringende Notfälle“, wie Pulkowski herausstellt.
Die Ergotherapie und Logopädie sind weitere wichtige Bestandteile der Therapie. Hier wird beispielsweise mit Schluck- und Sprachtraining begonnen oder bestimmte Bewegungsabläufe mit den Patienten trainiert.
Eine rasche Einleitung der weitergehenden diagnostischen Maßnahmen wie Blutuntersuchungen, Echokardiographie, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung etc. sowie eine frühe Planung einer etwaigen Rehabilitationsbehandlung kann durch eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbardisziplinen wie den Kardiologen, Radiologen, Geriatern und dem Sozialdienst erreicht werden.
Petra Krügel
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