Was tun bei Beschwerden nach AstraZeneca-Impfung?

Rendsburg-Eckernförde, den 01.04.2021

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca wurde für Personen unter 60 Jahren ausgesetzt, weil es fraglich zu vermehrten Hirnvenenthrombosen besonders bei jüngeren Frauen im zeitlichen Zu-sammenhang mit der Impfung kommt. Professor Dr. Ulrich Pulkowski, Chefarzt der Neurologie der imland Klinik Rendsburg, klärt über die Symptome auf, die auf eine Hirnvenenthrombose hindeuten können.

Hirnvenenthrombosen sind kein neues Phänomen, sondern werden an einer Klinik wie der imland Klinik für Neurologie in Rendsburg regelmäßig behandelt. Diskutiert wird aktuell nur, ob die Hirnvenenthrombosen, die im Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung beschriebenen wurden, wirklich auf die Impfung zurückzuführen sind.

Die derzeit diskutierten Fälle traten 5-14 Tage nach der Impfung bei Frauen unter 55 Jahren auf. Prof. Ulrich Pulkowski, Chefarzt der Neurologie der imland Klinik in Rendsburg, macht deshalb darauf aufmerksam, dass bei neurologischen Symptomen wie starken oder anhaltenden Kopfschmerzen, Verschwommensehen oder diffusen Hautblutungen (sogenannten Petechien) außerhalb der geimpften Stelle am Oberarm die Klinik aufgesucht werden sollte, um ggf. eine Hirnvenenthrombose auszuschließen.

Auf der kürzlich erneut überregional zertifizierten Schlaganfall-Station (Stroke Unit) der imland Klinik in Rendsburg werden schon seit vielen Jahren Hirnvenenthrombosen erfolgreich behandelt. Diese betrafen schon zuvor zumeist Frauen unter 50 Jahren, wobei die Kombination von Übergewicht und Einnahme der Pille, aber auch eine Schwangerschaft, ein besonderes Risiko darstellen. Nach Aussage von Professor Pulkowski spielen diese Risikofaktoren jedoch bei dem durch AstraZeneca ausgelöstem Mechanismus keine Rolle. Trotzdem sollten sich Patienten mit den oben beschriebenen Symptomen 5-14 Tage nach einer COVID-Impfung rasch in einer neurologischen Klinik vorstellen.

Anders als es in der Öffentlichkeit zuletzt häufig dargestellt wurde, ist bei frühzeitiger Diagnosestellung und Behandlung in einer spezialisierten neurologischen Schlaganfallabteilung wie in Rendsburg zumeist eine Heilung möglich. So konnte in Rendsburg in den letzten Jahren vielen Patienten mit Hirnvenenthrombosen geholfen werden und diese nach dem Krankenhausaufenthalt in ein normales und selbstbestimmtes Leben zurückkehren.